Kein Thor Steinar-Laden in Friedrichshain!

Februar 27, 2009 von Björn  
Filed under Allgemein

Am morgigen Samstag (28.2.09) soll in der Petersburger Straße 94 in Friedrichshain ein Outlet Shop der insbesondere bei Rechtsradikalen beliebten Marke „Thor Steinar“ eröffnet werden. Und das an einem historisch abscheulichen Ort: In der Petersburger Straße 94 befand sich in der Zeit des Nationalsozialismus ein Keglerheim, das von der SA als Stammlokal genutzt wurde. Im Keller des Keglerheims wurden Antifaschisten nach 1933 inhaftiert, gefoltert und ermordet („Mörderkeller“).

Zur Eröffnung des „Thor Steinar“-Ladens wird es morgen ab 10.00 Uhr eine Kundgebung geben. Ich bitte Euch alle, möglichst zahlreich zu kommen. Kein Thor Steinar-Laden in Friedrichshain und auch nicht anderswo!

Weitere Informationen auf antifa-fh.de.vu

Kommentare

8 Antworten zu “Kein Thor Steinar-Laden in Friedrichshain!”
  1. Anonymous sagt:

    Und wo war der Kandidat? Weit und breit nicht zu sehen. Der “Alte Mann” kam mit seinem Fahrrad. Eine Anwohnerin

  2. Björn sagt:

    Das stimmt leider nicht. Ich war von 9.30 Uhr bis 12.00 Uhr vor Ort und habe den Laden mit vielen anderen gemeinsam blockiert. Fotos folgen.

  3. ur-fhainer sagt:

    hallo lieber björn,

    gegen den thor-steinar-laden zu sein ist keine große sache. da wird doch jeder zustimmen, der nur ein kleines bisschen verstand übrig hat. masche: fishing for compliments!

    aber wie wäre es denn mal, sich gegen buttersäurewerfende-linksautonome (letztes Wochenende in der Simon-Dach) zu äußern, gegen diese hirnrissigen auto-fackler oder die immer mal wieder gewaltbereiten, linken demonstranten? da kannst du mal größe zeigen und position gegen das “eigene lager” beziehen.

    gewalt ist keine frage der politischen gesinnung – sie ist von beiden seiten schlecht. denn wenn die linken sagen, “faschismus ist keine meinung, sondern ein verbrechen”, dann sehe ich da durchaus parallelen.
    die bekämpfung beider extremisten sollte das ziel einer demokratischen volkspartei sein, der du ja sicher mit großem stolz angehörst.

    beste grüße.
    fhainer

  4. Ich kann die Gleichsetzung ebenfalls nicht nachvollziehen, vor allem finde ich die alte und immer wieder überholte These vom “linken Faschismus” für absurd und geschichtsklitternd. Insofern kann ich Aziz nur Recht geben.

    Trotzdem verurteile ich auch die Buttersäure-Anschläge in Friedrichshain. Gentrifizierung oder Segregation mit Buttersäure zu bekämpfen, ist absurd und kann nciht toleriert werden. Erst Recht, wenn man sieht, dass hier vor allem kleinen Unternehmerinnen und Unternehmer getroffen werden, die sicher nicht zur Oberschicht der Stadt gehören.
    Ja, es muss alles dafür getan werden, dass Mietwucher eingedämmt wird, und die Bevölkerung im Kiez zu bezahlbaren Preisen wohnen bleiben kann. Aber nicht jede Verschönerung des Kiezes ist gleich Segregation und der Zuzug von jungen Familien nicht gleich Gentrifizierung. Und gerade Friedrichshain zeichnet sich dadurch aus, dass hier Menschen unterschiedlicher Herkünfte friedlich zusammenleben. Dies darf nicht infrage gestellt werden.

  5. Aziz sagt:

    Ein Gleichsetzen von buttersäurewerfenden Menschen mit Faschisten ist ja echt dreist und verharmlost den rechten Mob! Ich hoffe doch sehr, dass dies vom FHainer nicht beabsichtigt war, ansonsten könnte man ja fast gewillt sein, zu glauben, dass hier jemand auf subtile Art und Weise bewusst die Nazibrut schönreden will!

  6. ur-fhainer sagt:

    hallo ihr beiden.

    vielen dank für die antwort.
    zum ersten ist die klarstellung vom b. böhning absolut in ordnung und so habe ich es auch erwartet.
    aber warum nicht mal sowas auf die erste Seite stellen? oder ne Pressemitteilung? ansonsten bekommt es doch kaum einer mit.

    was bedeutet gleichsetzung oder schönreden?? für den geschädigten ist es zuerst einmal völlig unwichtig und irrelevant ob ihm ein rechtsextremer und linkschaot die scheibe einschmeißt oder buttersäure wirft.
    gewalt egal durch wen oder was sie motiviert wird ist schlecht. und es macht sie KEIN STÜCK besser wenn sie von radikalen linken kommt.
    der nationalsozialismus und das verbrechen des holocaustes ist einzigartig.
    ich war und bin im multinationalen projekten im gedenken an diese schrecklichkeiten aktiv und setze mich gegen das vergessen ein.

    für uns ABER im “hier und heute” sind ALLE feinde der freiheitlichen, parlamentarischen demokratie aktiv bekämpfen (mit worten + taten); egal ob sie dies aus motiven der veränderung im neonazistischen oder links-sozialistischo. anarchichischem sinne zu tun.

    und da solltest gerade DU als spd’ler und verhältnismäßig politisch naher gesinnungsgenosse dagegen halten. volksparteien seid breit aufgestellt, aber haltet eure ränder sauber. das gilt für spd als auch cdu.

    in der sache “thor steinar” sieht es ja relativ “gut” aus, soweit ich gehört habe, erhalten die gegenwind von allen seiten. auf das diese dumpfbacken unseren schönen fhainer nicht dauerhaft besiedeln!!!

    vg, fhainer

  7. BBerliner sagt:

    Hallo zusammen,

    bitte gestattet doch einige Kommentare zu ergänzen.

    Ich denke niemand hier hat “den rechten Mob” verharmlost. Aber, der linke Mob in Form buttersäurewerfender Menschen sollte genauso wenig verharmlost werden. Denn, weder “Nazibrut” noch linke Gewaltszene dürfen schön geredet werden ! Gewalt ist Gewalt, egal ob links oder rechts, das Strafgesetz gilt für alle und ist bei allen anzuwenden.

    Der Hinweis auf rechte Gewalt, wenn linke Gewalt geschieht, ist ein Ablenkungsmanöver, das linke Gewalt reduziert. Ebenso lenken Diskussionen über Klassifizierungen wie “linker Faschismus” vom Thema ab. Es geht um Gewalt, die geschah, es ist egal, wer sie beging, und das Straf- und Zivilrecht ist entsprechend anzuwenden.

    Björn, Deine Einlassung, die Anschläge könnten erst Recht nicht toleriert werden, da hier kleine Unternehmer getroffen worden seien, die sicher nicht zu Oberschicht der Stadt gehören, klingt so, als ob es durchaus tolerierbar sei, wenn große Unternehmer aus der Oberschicht getroffen worden wären.
    Buttersäure-Anschläge sind Straftaten, die unabhängig davon zu ahnden sind, wer getroffen wird, ob ein Hartz-IV-Empfänger oder ein Milliardär – oder siehst Du das anders, Björn ?

    Berlin ist eine offene Stadt. Jeder darf da hinziehen, wo er hinziehen will. Die Familie mit Kindern, der Rentner, der Alleinstehende, der Student, der Auszubildende, der Angestellte, der Selbständige, der Freiberufler, der Beamte, jeder muß an jedem Ort, in jeder Straße, in jedem Haus der Stadt willkommen sein, egal woher er kommt, wie alt er ist, wie er aussieht, was er beruflich macht, und wieviel Geld er hat. Wer das anders sieht, ist illiberal und borniert, und gefährdet modernes städtisches Leben.

    Ich erwarte von Politikern aller Parteien, daß sie klar und deutlich öffentlich Stellung beziehen gegen jede Form von Gewalt, ohne Einschränkungen.
    Wer dies nicht in aller Offenheit tut, diskreditiert seine Partei.

    Viele Grüße,

    BBerliner

  8. Björn sagt:

    Ich möchte gerne noch zwei dinge hinzufügen: Gerne komme ich der Aufforderung nach, in Bezug auf die Kritik an der Gewalt lauter und offensiver zu werden! Es muss eine klare Trennlinie geben! Danke dazu für die Rückmeldung!

    Dass meine Einlassung bezüglich der Unternehmer (klein/ groß) missverständlich ist, nehme ich auf meine kappe. Ich mache da natürlich keine Unterschiede!
    Ich finde, dass diese Debatte dringen nötig ist, das zeigt auch der hiesige Dialog!

    Und Thor-Steinar entwickelt sich in der Tat erfreulich, trotzdem muss man weiter gegenhalten. das nächste Mal am kommenden Samstag!

    viel grüße
    bb

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