Karstadt retten – schnelle staatliche Bürgschaftshilfe nötig!

Mai 25, 2009 von Björn  
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Es ist aus dem Stadtbild kaum weg zu denken: Das Karstadt-Kaufhaus am Hermannplatz. Der Betriebsrat hatte mich letzte Woche zum Besuch geladen, und mich über die aktuelle Situation informiert. Karstadt ist nach der wirtschaftlichen Erholung in den letzten Jahren in den Strudel der Finanzkrise geraten. Die kreditgebenden Institute des Mutterkonzerns “Arcandor” wollen der Kaufhauskette keine weitere Kreditlinie zur Verfügung stellen – obwohl das Unternehmen gesünder und gesünder wird. Mehrere hundert Arbeitsplätze allein in Kreuzberg sind daher bedroht.

Ich fordere die Bundesregierung auf, möglichst schnell den Weg für staatliche Bürgschaften frei zu machen, und den Beschäftigten ihre Sorgen vor einer drohenden Insolvenz des Unternehmens zu nehmen! Karstadt braucht eine Zukunft – notfalls auch mit weiteren Partnern! Ich habe dem Betriebsrat versprochen, dazu einige Gespräche aufzunehmen, und Druck für eine Bürgschaft zu machen. Dies wird dieser Tage geschehen.

Karstadt ist aus Kreuzberg nicht weg zu denken. Das Kaufhaus am Hermannplatz ist wichtig für einen ganzen Kiez – nicht zuletzt auch für den Bezirk Neukölln. Ich wünsche den Beschäftigten alles Gute und viel Erfolg bei ihrer Demonstration am kommenden Mittwoch!

Kämpfen für Arbeit! Das ist die Aufgabe der Politik in der Wirtschaftskrise. Gerade auch vor Ort kann einiges erreicht werden!

Kommentare

eine Antwort zu “Karstadt retten – schnelle staatliche Bürgschaftshilfe nötig!”
  1. W.heimann sagt:

    Sehr gehrter Herr Böhning,

    Ihre Aktivität in dieser Angelegenheiten sind einerseits berechtigt, andererseits liegen die Probleme in einer Strucktur, die es nicht möglich macht, Arbeitsplatz und Finanzintensive Unternehmen in dieser Weise zu retten.
    Ich erlebe immer mehr Unternehmen, die einen intensiven Mitarbeiterstamm haben, in einer Zwangsjacke. Die einseitge Belastung der Arbeitsplätze mit immer höhern Quasisteuern ( Lohnnebenkosten ) belastet diese. Erwerbsarbeit macht in zunehmendem Maße krank. Die Angst der Mitarbeiter vor Arbeitslosigkeit ist berechtigt, denn Ihre finanzielle Existenz hängt davon ab. Habe ich dann noch Familie, bin ich nicht einmal flexibel um anderes ausprobieren zu können.

    Ich kämpfe für ein Einkommen, das diesen Menschen , auch den Unternehmen ermöglicht menschliche Lösungen zu entwickeln.

    Es Geht hier um soziale Verantwortung der Gesellschaft, die nicht auf Unternehmen abgewälzt werden kann. Diese Verantwortung wird leider von Politikern und Gewerkschaftern verschleiert.
    Da ich mit Menschenn zusammenarbeite, die aus dem 1. Arbeitsmarkt herausgefallen sind und schon einige Umwege in unseren sogenannten Weiterbildungseinrichtungen gemacht haben. Sehe ich den Ansatz in einer Freigabe der Tranferleistungen vom Arbeitszwang.
    Aus Ihren bisherigen Äußerungen zu dem Thema Grundeinkommen (Bedingungslos) entnehme ich dass es für sie schwierig ist dies zu Denken:
    Wenn Menschen ein Grundeinkommen hätten würden andere Leistungen wegfallen Sie meinen sogar alle Sozialleistungen würden wegfallen.

    1. kann man ein System nicht von heute auf morgen in ein ganz andere Überführen es wird eine Übergang geben, in dem wir die Erfahrungen für weitere Schritte mit einfügen können.

    2 Es wird weiterhin Menschen geben, die einen höheren Bedarf haben. Dieser wird weiterhin möglich sein,allerdngs sinkt der Verwaltungsaufwand beträchtlich.

    Die Tatsache dass eine solche Gesellschaftliche Grundlage möglich und nötig ist zeigt uns die Entwicklung der letzten 2 Jahrhunderte und der aktuelle Stand in der Wirtschaft.

    Ich habe Sie so verstanden, dass die Frage: warum es überhaupt ein Grundeinkommen geben sollte? nicht einsichtig sei.
    Die Antwort auf diese Frage werden sie vielleicht in dem Bedenken der Wandlung unserer Gesellschaft von der Selbstversorgung in die Fremdversorgung finden. In der Selbstversorgung benötige ich ein Stük Land um zu überleben.
    In der Fremdversorgung benötige ich ein Einkommen.
    Denn alle Leistungen die ich erwerbe ind schonn finanziert. Jedes Unternehmen steht in der Notwendigkeit den Produktionsprozess solange vorzufinanzieren bis der Kunde das Produkt erwirbt. Diese Tatsache wird in der aktuellen Finanzkrise besonders deutlich. Ich möchte an dieser Stelle die Gedanken so stehen lassen. Mit der Frage : was gibt Sicherheit?

    Falls Sie eine weiteren Austausch wünschen stehe ich Ihnen gerne auch persönlich zur Verfügung.

    Mit Freundlichen Grüßen

    Wolfgang Heimann

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