Arme Kinder sind häufiger krank – 13. Kinder- und Jugendbericht veröffentlicht
Juni 2, 2009 von Sebastian
Filed under Zeitenwende
Kinderarmut hat Folgen – für Bildungschancen, für Teilhabe und für die Gesundheit. Dies hat jetzt der 13. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung festgestellt. Eine Experten-kommission untersuchte den Gesundheitszustand der Kinder und Jugendlichen in Deutsch-land. Außerdem gibt der Bericht Handlungsempfehlungen für Politik sowie die Kinder- und Jugendhilfe.
Die Experten stellen grundsätzlich einen guten Gesundheitszustand der in Deutschland le-benden jungen Menschen fest. Alarmierend ist dagegen, dass vor allem Kinder und Jugend-liche aus einkommensarmen und bildungsfernen Familien sowie mit Migrationshintergrund an körperlichen und seelischen Krankheiten leiden. Sie sind häufig übergewichtig und zeigen Auffälligkeiten in der sprachlichen und motorischen Entwicklung.
Um gesundheitliche Risiken schon früh zu minimieren und Kinder zu fördern, empfiehlt die Kommission den Ausbau der Kindertagesstätten zu Eltern-Kind-Zentren, niedrigschwellige Familienbildung sowie kommunale Strategien zur Bekämpfung der Kinderarmut. All dies for-dert auch die SPD in ihrem Regierungsprogramm.
Dass Kinderarmut Folgen – auch für die Gesundheit – hat, beklagt auch ein breites Bündnis aus Sozialverbänden und Wissenschaft, dem der Kommissionsvorsitzende Prof. Dr. Heiner Keupp ebenfalls angehört. Das Bündnis fordert eine monatliche Kindergrundsicherung in Höhe von 500 EURO für jedes Kind!








Berlin
Enttäuschte Erzieher
Die Erzieherinnen in den Kitas kommen häufig kaum dazu, sich gezielt um einzelne Kinder zu kümmern. Foto: Mike Fröhling
Die Erzieherinnen in den Kitas kommen häufig kaum dazu, sich gezielt um einzelne Kinder zu kümmern.
Weil Kitas nicht mehr Personal bekommen, wird protestiert
Martin Klesmann
Berlin – Die Kindertagesstätten bekommen nun doch nicht mehr Personal. Im neuen Kita-Gesetz, das am Dienstag im Senat besprochen wird, ist das nicht mehr vorgesehen. Das bestätigten Vertreter der Bildungsverwaltung gestern. In ersten Gesetzesentwürfen hatte die Bildungsverwaltung noch einen „Bildungszuschlag“ für die Kitas eingeplant. Zuvor hatten die Fraktionsspitzen von SPD und Linke sogar noch einen „Stufenplan“ unterstützt, der bis zu fünf Prozent mehr Kita-Personal vorsah und stark belastete Leiter von Groß-Kitas von der Gruppenarbeit freistellte. Damit sollte das 2005 beschlossene Berliner Bildungsprogramm besser umgesetzt werden, das die Kinder zu besseren sprachlichen und motorischen Fähigkeiten führen soll.
Grünen-Familienpolitikerin Elfi Jantzen forderte gestern mehr Kita-Personal, damit Erzieherinnen die Kinder besser fördern sowie mögliche Defizite und Entwicklungsschritte dokumentieren können. „Statt die knappen Mittel in bessere Qualität und Förderung der Kinder zu investieren, hält Rot-Rot weiter an der Beitragsfreistellung fest“, sagte Jantzen. Der Senat plant, alle drei Kita-Jahre für Eltern beitragsfrei zu halten. Das letzte Kita-Jahr ist bereits kostenlos, 2010 soll es auch das vorletzte sein und 2011 schließlich auch das erste Kita-Jahr, – allein ein gebührenfreies Jahr kostet das Land etwa 19 Millionen Euro jährlich. Laut SPD-Familienpolitikerin Sandra Scheeres hält ihre Partei dennoch an den Plänen fest.
Die Linke-Fraktion ist hingegen bereits deutlich von der kompletten Kita-Beitragsfreiheit abgerückt. Auf ihrer Haushaltsklausur am vergangenen Sonntag hat die Fraktion beschlossen, diese Ausweitung der Beitragsfreiheit zunächst aufschieben zu wollen. Das bestätigte Linke-Fraktionssprecherin Kathi Seefeld. Vielmehr sollte dieses Geld sowie weitere Haushaltsmittel umgeschichtet werden, um den besseren Betreuungsschlüssel sowie die Kita-Leiter-Freistellung ab 100 Kindern realisieren zu können. Das würde jährlich etwa 51 Millionen Euro zusätzlich kosten. In der Linke-Fraktion heißt es, dass man damit auch den Initiatoren des Kita-Volksbegehrens entgegenkommen könnte.
Das Volksbegehren, das etwa 100 Millionen Euro für die bessere Ausstattung der Berliner Kitas erreichen wollte, war vom Senat nicht zugelassen worden. Dagegen klagen die Initiatoren derzeit vor dem Verfassungsgericht. Am 6. Oktober wird das Urteil erwartet. Dem Vernehmen nach sehen die Richter das Vorgehen des Senats kritisch. Es wäre nämlich eigentlich Sache des Verfassungsgerichts gewesen, über die Zulässigkeit eines Volksbegehrens zu entscheiden, heißt es.
Die Kita-Träger wollen am 22. September nachmittags ihre Kitas geschlossen halten und nur eine Notbetreuung aufrechterhalten. Erzieher, Eltern und Kinder sollen dann an einem Sternmarsch aufs Rote Rathaus teilnehmen, wie das Kitabündnis mitteilte. „Eine weitere Umsetzung des Bildungsprogrammes ist ohne zusätzliches Personal nicht möglich“, so das Bündnis.
Berliner Zeitung, 4.9.2009
Schön dass Sie das Thema Bildung entdeckt haben. Ihre Partei
ist jetzt ca. 7 Jahren in Berlin an der Macht. Und was ist im Bereich
Bildung (Kita, Schulen) geschehen? Fast nur Mist.
Zeigen Sie mir einen Direktor, eine Kita Erzieherin einen Lehrer,
der Ihrem Senat ein gutes Zeugnis ausstellt. Von den Eltern ganz
zu schweigen. Bögers Endzeit war sowas wie ein Hoffnungsschimmer.
Aber Zöllner ist eine einzige Zumutung. SenBWF können Sie komplett
abwickeln und die frei werdenden Mittel auf die Kitas, Schulen und Universitäten verteilen. Die Stümperei auf diesem Gebiet ist Atem
beraubend und grenzt schon an Vorsatz.
Der “Landeselternausschuss Kita” macht eine Umfrage:
(a) Mehr Geld für die frühkindliche Bildung oder
(b) drei beitragsfreie Kita Jahre
anstatt einem. Die überwältigende Mehrheit der Eltern entschied
sich für (a). Was macht Zöllner?: (b)
Die Welt besteht nicht nur aus Armen, Beladenen, sondern auch
aus Leuten, die arbeiten und Steuern zahlen.
Wenn Sie über die Ursachen von Armut etwas dazu lernen wollen,
sei Ihnen folgende Lektüre anempfohlen:
http://www.newyorker.com/reporting/2009/05/18/090518fa_fact_lehrer?currentPage=all