Mehdorn und seine Töchter – Die Folgen der Privatisierung. Der Fall S-Bahn Berlin

Juli 3, 2009 von Björn  
Filed under Allgemein, Zeitenwende

Es war der Lebenstraum von Mehdorns Bahn AG: (Teil-) Privatisierung und Aufstellung des Konzerns als Global Player im Logistikbereich. Schöne neue Welt der Globalisierung. Für dieses Ziel wurde alles andere in den Hintergrund gedrängt, und das Unternehmen auf Profit getrimmt. Die Bilanzen mussten stimmen, damit man vor potenziellen privaten Anlegern ein prosperierendes Unternehmen vorweisen konnte. Nicht selten geriet dabei die Qualität unter die Räder.

Ein weiteres Opfer dieser fatalen Unternehmensstrategie ist die Berliner S-Bahn. Die hohen Gewinnabführungen an den Mutterkonzern Deutsche Bahn und der jahrelange drastische Personalabbau haben in jüngerer Zeit wiederholt zu erheblichen Fahrplanstörungen sowie Zwischenfällen im S-Bahn-Verkehr geführt. Auch wenn jetzt der gesamte Vorstand ausgetauscht wird, kann nichts darüber hinwegtäuschen, dass die Krise der S-Bahn eine Krise der Privatisierungspolitik der vergangenen Jahre ist.

Wir brauchen eine verkehrspolitische Zeitenwende! Aufgrund des steigenden Verkehrsaufkommens und der damit verbundenen zunehmenden Abgas- und Lärmbelastung kommt der S-Bahn in Zukunft eine entscheidende Rolle für eine umweltverträgliche und sozial gerechte Verkehrspolitik zu. Statt weiter auf Kosten der Substanz zu fahren, sollte die Berliner S-Bahn ihre Angebote im ÖPNV verbessern, um einen funktionierenden Schienenverkehr und die sichere Beförderung der Berlinerinnen und Berliner nicht dauerhaft aufs Spiel zu setzen.

Kommentare

8 Antworten zu “Mehdorn und seine Töchter – Die Folgen der Privatisierung. Der Fall S-Bahn Berlin”
  1. Christian sagt:

    War nicht Mehdorn von der SPD als Ersatz für den CDU-Mann Ludewig eingesetzt worden?

  2. kerni-k sagt:

    Hey, was sagst du eigentlich zur Autobahn, die Friedrichshain als Ausfahrtstrasse etablieren soll ?
    Ist das Konsens bei “verkehrspolitische Zeitenwende”-panikattacken wegen des “steigenden Verkehrsaufkommens” ?
    Könnt ja prima Zugang zu Eigenheim und Supermarkt bringen !!
    Helden der Gasprosa in rot-rosa sind doch dafür, oder ?

  3. kerni-k sagt:

    Hey, was sagst du eigentlich zur Autobahn, die Friedrichshain als
    Ausfahrtstrasse etablieren soll ?
    Ist das Konsens bei “verkehrspolitische Zeitenwende”-panikattacken wegen
    des “steigenden Verkehrsaufkommens” ?
    Könnt ja prima Zugang zu Eigenheim und Supermarkt bringen !!
    Helden der Gasprosa in rot-rosa sind doch dafür, oder ?

  4. dieter sagt:

    Mehdorn wurde unter Rot-Grün von Schröder (SPD) instaliert. Die SPD stellt seit 12 Jahren den Bundesverkehrsminister! Kritik an Mehdorn und an der Politik der S-Bahn ist ja richtig, aber von der SPD irgendwie komisch!
    So weit ich weiss war die grüne Bundestagsfraktion die erste, die das Problem S-Bahn Berlin Anfang 2009 als kleine Anfrage in den Bundestag brachte. Ich würde gerne wissen, wie die SPD Bundestagsfraktion und der SPD Verkehrsminister auf diese Anfrage ragiert hat?

  5. Jan sagt:

    Hallo Björn,

    das ist ja ein ganz toller Vorschlag, dass die S-Bahn, wie die Bundesbahn auch, ähh Sie heisst ja jetzt DB AG einen besseren Service bieten soll. Man muss da nur ein wenig aufpassen:
    Der Regionalverkehr wird ja ausgeschrieben, d.h. nicht nur die Deutsche Bahn sondern auch private Anbieter versuchen hier mit bestem Preis und Service den Verkehrsvertrag zu bekommen. Und alle Anbieter bieten nur das an, was auch ausgeschrieben ist. Wenn die Takte erhöht werden sollen muss der Auftraggeber, das Land, dies beauftragen UND bezahlen!!!Nur diese Unternehmen machen dies ja nicht zum Selbstzweck, auch sie machen GEWINNE. Wenn die Gewinne privarisiert werden, ist es da nciht besser, dass Gewinne, die die DB AG eventl. macht für Investitionen genutzt wird. Wofür Investitionen gut sind, zeigt ja das Konjunkturprogramm, nämlich Arbeitsplätze sicher, hoffentlich auch schaffen. Zurück zur Bahn, bisher zahlt diese Ihre Gewinne nicht an den Staat, wenn Sie es den tun würde käme es ihrem Eigentümer zugute… dem Staat, und wer ist der Staat, WIR!
    Jetzt zu Herrn Mehdorn: Die Bahn war vor 1999 (Amtsantritt) defizitär und hat den Steuerzahler Geld gekostet, dies ist heute nicht mehr so. Aber wir können ja gerne den Weg der Verstaatlichung gehen, bei der Bundesbahn war ja alles besser…..
    Gerne würde ich mich als “verkehrspolitischer Berater” zur Verfügung stellen, oder wenigstens in einem Gespräch mal manche Position “verwahrheilichen” damit über Wahlkampfplatitüden hinaus eine vernünftige Verkehrspolitik in Berlin und der BRD gemacht wird…
    Mit dem SPD Verkehrsminister “Pfütze” ist dies ja leider nicht so toll gewesen!

    LG Jan

    PS NilS F. hat meine Telefonnummer…

  6. Mathias sagt:

    Entschuldigung, Herr Böhning, das sie sich hier als Privatisierungsgegner der Bahn darstellen, widerspricht der SPD-Linie. Die SPD hat doch im letzten Jahr der Teilprivatisierung der Bahn zugestimmt, oder etwa nicht. Verschoben wurde dies doch nur wegen der Finanzkrise, weil die Erlöse sonst zu gering ausgefallen wären….

  7. Skorpio sagt:

    Sehr komisch, sich vor dem Wahlkampf als Mensch vorstellen, der voll von guten Gefühlen für seinen Mitmenschen ist. Da ich (ausländischer)Student bin, das was Sie, Herr Böhning, über ein kostenfreies Studium sagen, hat mich tot zum Lachen gebracht: man muss immer weniger Schamgefühl haben um Politiker zu werden, wie? Die SPD hat, wie keine andere Partei dafür gesorgt, dass alles was zu privatisieren war, gleich privatisiert wurde: so sind bestimmt eure Freunde der Großökonomie ja zufrieden. Freunde übrigens für die ihr, die selbstgenannte Sozialisten, alles regelt und durchsetzt. Das alles funtioniert solange die Medien dafür sorgen, durch gefälligen und einseitigen Pseudojournalismus, dass so alles eures zugunsten bleibt.

  8. Skorpio sagt:

    Na, Herr Böhning, hat meinen Kommentar Ihnem nicht gefallen, was!? Wie schnell ist er verschwunden. Ich liebe die Gewissenfreiheit!!!
    Ah, noch etwas; wenn Sie sich wieder als Förderer Ihrer Mitmenschen vorstellen möchten, machen Sie es lieber wie Ströbele und gründen Sie etwas eigenes; denn, mein Herr, das was Sie vorhatten aus der SPD sehr wenig glaubwürdig klingt.

    P.D: Mit dem zensieren eliminiert ihr nur den Kommentar, aber täuscht euch nicht, das Ungehagen wird noch größer!

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