Nicht abheben. Politik machen! Wir brauchen das Kiezduell!
August 21, 2009 von Björn
Filed under Allgemein, Positionen
Die Stimmergebnisse der vergangenen Wahlen zeigen es. In diesem Wahlkreis lautet die Entscheidung Ströbele oder Böhning. Von uns wollen die Menschen im Bezirk die Antworten.
Ich fordere hiermit Christian Ströbele auf, sich der direkten Auseinandersetzung, der Diskussion über die konkrete Politik in Friedrichshain, Kreuzberg und Prenzlauer Berg zu stellen und mit mir zu streiten, wer die besseren Zukunftsideen für die konkreten Probleme der Menschen hier im Kiez hat.
Wir erleben einen Wahlkampf, der nur noch wenige interessiert. Wir erleben Politiker, die niemanden mehr erreichen. Dies ist der Höhepunkt einer seit Jahren anhaltenden Entwicklung: Politik ist mehr und mehr dem Alltag der Menschen entwachsen. Man blieb unter sich und stritt darüber, was das Land brauche, statt sich mit den Menschen auseinanderzusetzen, was sie eigentlich wollen.
Das Ergebnis: Eine große Koalition abgehobener Politiker, die mit Penetranz und Selbstherrlichkeit behaupteten, sie wüssten was Wählern gut täte. Die Enttäuschung wächst und hat ihren Höhepunkt fast erreicht: Parteien werden als Auslaufmodell belächelt.
Wer sich in dieser Situation dem Wahlkampf entzieht, weil er ohnehin wisse, wie man bessere Politik machen und Finanzmärkte entwaffnen könne, der bedient die gleiche Klaviatur. Wer die Antwort darin sieht, mit halbnackten Brüsten oder einem Arschgeweih in den Wettstreit mit Horst Schlämmer zu treten, um damit eine politische Wahl zu entscheiden, liegt falsch!
Friedrichshain, Kreuzberg, Prenzlauer Berg sind ein bunter Querschnitt durch Deutschland, vermutlich sogar ein Prototyp der deutschen Gesellschaft. Genau deshalb muss dieser Bezirk stellvertretend für Deutschland vertreten werden – aus sich heraus: Nicht über die Menschen entscheiden, sondern mit ihnen Politik machen.
In den vergangenen Wochen habe ich viele Menschen in Friedrichshain, Kreuzberg und Prenzlauer Berg kennen gelernt: bei hunderten Hausbesuchen, bei zig Stadtrundgängen und fast ebenso vielen Unternehmensbesuchen.
Eines steht für mich fest: Aus diesen Begegnungen muss ich die Politik generieren, die für unsere Gesellschaft zählt!
Bei einem Hausbesuch vor mehreren Wochen traf ich eine allein erziehende Mutter mit einem zweijährigen Kind, ihr Alter: 34 Jahre. Sie will nach einem Jahr Mutterschutz wieder zurück in ihren Beruf. Weil ihr die Arbeit Spaß macht und sie den Job für sich braucht. Sie erzählte mir ausführlich von den Schwierigkeiten, einen Krippenplatz zu finden. Sie hat Angst, ihr Leben mit Kind und Job nicht managen zu können. Zu versagen.
Wie also kann Politik helfen?
Ich will dieser Frau nicht nur die Antworten unseres Wahlprogramms geben. Ich will, dass
- sie Job und Kind unter einen Hut bekommt: Denn als Alleinerziehende soll sie einen festen Anspruch auf einen Krippen- oder Kitaplatz bekommen.
- sie kein schlechtes Gewissen haben muss, weil sie arbeitet: Denn ihr Kind wird qualifiziert betreut. Von Erziehern mit verbesserter Ausbildung und Vergütung, die in kritischen Wohngegenden von Sozialarbeitern unterstützt werden.
- Sie Hilfe erhalten kann, wenn es dann doch nicht klappt: Durch ein wohnortnahes Familienzentrum mit entsprechender Beratungsstelle.
- Die Erzieher-Kind-Relation verändert wird. Ein/e Erzieher/in soll für höchstens vier Kinder in der Krippe und höchstens acht Kinder in der Kita zuständig sein.
Für diese Forderungen werde ich im Bundestag kämpfen, denn Berlin kann dies nicht alleine schaffen. Wir brauchen ein „Programm frühkindliche Bildung“, das Bund und Länder analog zum U3-Krippenausbau finanzieren. Dafür muss das Kooperationsverbot des Grundgesetzes fallen.
Ich habe kürzlich einen älteren Mann kennengelernt. Ein echter Berliner, der seit vielen, vielen Jahren in Friedrichshain wohnt. Immer in der gleichen Wohnung. Nun will er altersbedingt in eine kleinere, barrierefreie Wohnung umziehen. Er findet aber keine Wohnung in seinem Samariterkiez, weil die kleinere, barrierefreie Wohnung teurer ist, als seine jetzige. Das bedeutet, er muss sein vertrautes Wohnumfeld verlassen, oder weiter Treppen steigen. Denn bei Neuvermietungen werden nicht selten so hohe Mieten genommen, dass sie sich ältere Menschen mit einer mageren Rente nicht mehr leisten können. Kein ungewöhnlicher Härtefall mehr: Auch Studenten, Junge Familien, Migranten finden hier nur noch schwer ein Dach über dem Kopf.
Wie also kann Politik helfen?
Ich will diesen Mann nicht auf einen ungewissen Rechtsweg verweisen. Ich will, dass
- seine Mehrkosten bezahlbar bleiben. Die geschieht durch eine Senkung und zeitliche Begrenzung der Modernisierungsumlage auf 11%.
- er umgekehrt aber nicht für Versäumnisse seines Vermieters gerade stehen muss. Wer eine Mietwohnung energetisch nicht-saniert hat, muss künftig Mietminderung hinnehmen.
- er im Falle eines Umzugs, sich darauf verlassen kann, dass er eine faire Miete zahlen muss. Dank einer Kappungsgrenze für Mieterhöhungen.
- Und letztlich müssen wir auch wieder über öffentlichen geförderten Wohnungsbau in Berlins Zentrum diskutieren – ein Thema für die Zukunft.
Seit längerem stehe ich in Kontakt mit betaHaus und Aqua Caree. Dort bin ich inzwischen wiederholt mit freischaffenden Künstlern und selbstständigen Kreativen ins Gespräch gekommen. Sie repräsentieren den Stolz der Stadt Berlin, soviel kreatives Potenzial nach Berlin geholt zu haben: Das Angebot an kreativen Dienstleistungen ist deutschlandweit unschlagbar. So begeistert sie auch bei ihrem Job sind – ihre Lage ist weniger rosig: Existenzängste, die viel besagte Freiheit der Selbstständigkeit – eher Kampf und große Herausforderung. Viele leben von der Hand in den Mund.
Wie also kann Politik helfen?
Ich will den Menschen in der Kreativwirtschaft eine bessere Absicherung geben. Die Risiken der Zukunft besser versichern. Ich will, dass
- die Solo-Selbstständigen, die keine Mittel aus der KSK erhalten, künftig besser abgesichert werden. Durch einen Sozialfonds, in den Auftraggeber 5,5% einzahlen.
- überdies die Künstlersozialkasse erhalten bleibt und noch ausgebaut wird.
- die vielen kleineren und mittleren Unternehmen der Kreativwirtschaft schnelle und kompetente Beratung durch Kreativzentren und Kulturmanager erhalten.
- eben diese in der Krise schnell und ohne riesige Bürokratie Mikrokredite erhalten. Damit Agenturen und Kreativunternehmen nicht sterben, wenn Aufträge in einem überschaubaren Zeitraum ausbleiben.
Erst kürzlich hatte ich ein Gespräch mit einem türkischen Mittelständler aus Kreuzberg. Wir sprachen über das Thema Integration und was deutsche Politik noch zu tun hat. Er betonte, dass seine Kinder sich für die deutsche Staatsbürgerschaft entschieden hätten. Dieses Gespräch unterstrich: Wir müssen nicht mehr über Integration sprechen. Zu uns Deutschen gehören Mesut Özil, Wladimir Kaminer genauso wie Muhabbet.
Unser Problem ist vielmehr die Desintegration: Teure Bildungsmaßnahmen verwehren Menschen mit geringem Kontostand eine Ausbildung. Kinder mit anderer Muttersprache leiden jahrelang unter ihren Sprachbarrieren.
Wie also kann Politik helfen?
Ich will der zunehmenden Desintegration in diesem Lande entgegentreten. Ich will, dass
- Kinder im Kindergarten Sprachbarrieren einreißen können – durch mehr Erzieherinnen und Erzieher mit Migrationshintergrund.
- Schüler in der Schule ebenfalls eine intensive Betreuung genießen können – durch die Einführung von Sozialpädagogen in jedem Schul-Jahrgang.
- Kinder und Jugendliche aus finanziell schlechter gestellten Familien gleiche Zugangschancen zu Bildung haben – durch kostenfreie Bildungswege; von der Kita bis zu beruflichen Aus- und Weiterbildung.
- Erwachsene die Chance haben durch dauerhafte Förderung sinnvoller öffentlicher Beschäftigung wieder ins Arbeitsleben zurückzukommen.
Die Antwort der Politik liegt in den Begegnungen mit den Menschen. Abgehobenheit und Arroganz ist fehl am Platz.










Dir ist aber schon klar das du für den Bundestag kandidierst und nicht für den Berliner Senat. Mit Bundespoltik kann man nur sehr begrenzt Einfluss auf den “Kiez” nehmen, und den Anschein zu erwecken du könntest das Leben der Leute in F’hain/Kreuzberg besser gestalten finde ich schon ziemlich verlogen. Mit deinem Wahlkampf führst du eigentlich nur das fort was die beiden “Volksparteien” die letzten Jahre gemacht haben, den Leuten nach dem Mund reden und Dinge versprechen auf die man keinen Einfluss hat. Hätte ich nicht von dir gedacht…
Plötzlich will Herr Böhnung also ein Duell. Sich mit Frau Lengsfeld an Inhalten in einem Gespräch zu messen, war ihm aber zu profan. Vielleicht fehlen ja auch die bundespolitischen Inhalte (siehe Paulas Kommentar). Alle anderen wesentlichen Kandidaten haben entweder ein Gespräch zugesagt oder sich bereits zu einem getroffen.
Stelllen Sie sich lieber allen Kandidaten, wenn Sie sich der Demokratie und des Wahlkampfs würdig erweisen wollen!
P.S.: Wie die Presse schreibt ist das Böhning-Wahlplakat von Obama abgekupfert. Im Bezirk der Kreativen scheinen Linke und CDU doch wesentlich kreativer zu sein.
Wieso zeigen die Stimmergebnisse der letzten Wahl, dass wir eine Entscheidung zwsischen Hans-Christian Ströbele und Björn Böhning wollen? Wenn ich mich richtig erinnere, hieß der zweitplatzierte Kandidat im Wahlkreis Ahmet Iyidirli. Der ist zwar auch in der SPD, aber bei der Wahl der Direktkandidatinnen geht es um Personen, nicht um Parteibücher. Also: Neues Spiel, neues Glück!
Richtiger Ansatz – man muss die Geschichten der Wähler anhören, darauf reagieren, und sie so weitererzählen, dass diese Wähler sich darin wiederfinden. Aber warum so konservativ in Ihrer Einschätzung des Wahlvolks, Herr Böhning? Es gibt heute keine Königreiche mehr, also auch keinen König von Kreuzberg, den Sie kühn herausfordern müssten. Natürlich, es gibt sehr viele Konservative in Friedrichshain-Kreuzberg. Diese werden entweder die uralten Rezepte Ströbeles oder die von Björn Böhning wählen. Auf dass alles so bleibe wie es ist. Nur ja nicht am Bestehenden rühren! Bitte weiterhin alles nur Erdenkliche versprechen!
Ich finde ehrlich gesagt, die beiden interessantesten Kandidaten bei uns sind Halina Wawzyniak und Vera Lengsfeld. Beide sind “nicht auf Linie”, sind nicht stromlinienförmig-konservativ, lassen sich von den vermeintlichen Herren des Reviers und der eigenen Partei nicht in die Suppe spucken. Lengsfeld/Wawzyniak – diese beiden Gerade-Denkerinnen sind die wahre Herausforderung für die Konservativen (Ströbele, Böhning) in unserem Kiez. Es ist kein Duell, sondern ein Mehrkampf!
Wie man sieht, zensiert man wohl gerne hier. Schade.
Vielen Dank für die Rückmeldung. Es freut mich, dass auch Frau Lengsfeld und ihre Mitstreiter sich auf meiner Homepage informieren. Und nein: Es werden weder Kommentare abgelehnt noch vorenthalten. Das bleibt auch so.
@Paula: Ich finde schon, dass im Bundestag eine Menge für den Kiez getan werden kann. Das Programm “Soziale Stadt” beispielsweise hilft in Kreuzberg die Nachbarschaft zu stärken. Dies ist ein Bundesprogramm, ebenso wir das Konjunkturprogramm, mit dem gerade unsere Schulen und Kitas saniert werden.
Desintegration – ein wichtiges Thema im Bezirk! Würden Sie Ihr Kind in eine Kreuzberger Grundschule schicken? Oder würden Sie dies ablehnen wie Berlins Bürgermeister Herr Wowereit oder Friedrichshain-Kreuzbergs Bürgermeister Schulz? Was sagen Sie zu der Tatsache, dass die deutschen Eltern in unserem herrlich linken Wahlkreis sich weigern, ihr Kind in eine Klasse mit türkischer oder arabischer Schülermehrheit zu schicken? Sind Sie für die Beibehaltung der selbstauferlegten Apartheid zwischen deutschen Schülern einerseits und türkischen bzw. arabischen andererseits Schülern?
Vielen Dank für die Antwort. Richtig glücklich würden Sie mich machen, wenn Sie sich bereiterklären würden, mit allen relevanten Kandidaten – und dazu würde ich neben Herrn Ströbele auch Frau Lengsfeld, Frau Wawzyniak und Herrn Löning zählen – zu jeweils einem Duell treffen würden. Wenn diese nicht wollen, dann wäre das eine andere Sache. Denn wenn Sie versuchen Rosinen zu picken, dann geben Sie Herrn Ströbele das Recht dies auch zu tun. Aus seiner Warte – nur die Daten der letzten Wahl heranziehend, die Ihnen zur Argumentation dienen – gibt es allerdings dann einfach niemanden, mit dem er sich treffen kann, sofern er nur auf Augenhöhe achtet.
Mein letzter Kommentar ist immer noch nicht erschienen. Probleme mit der Technik?
Ich gebe Paula Recht! Um meinen Kiez kümmern sich andere Politiker, die ich in einer anderen Wahl wähle. Von meinem Bundestagsabgeordneten erwarte ich bundespolitische Konzepte und keine Kiezdebatten!
Hey, Björni,
mal sehen, wie lange ich auf Deiner Seite bleibe, bisher streicht ihr ja meistens die kritische Kommentare…
Jedenfalls kannst Du was für “Deinen” Kiez und unsere Kinder tun:
Sorg mal dafür, dass Dein Chef, der regierende Bürgermeister Wowereit den Bezirken genug Geld für ihre Kinder, Jugendlichen und Familien gibt! Wir brauchen hier keine teure Bibliotheken und Kunsthallen, wir brauchen hier unsere JugendClubs. Eure Scheinheiligkeit als Sozen schlägt wirklich dem Fass den Boden aus – jahrelang hier regieren, die Jugendhilfe und die Bezirke platt machen, noch 100.000 Stellen im öffentlichen Dienst streichen wollen und noch mindestens 250 Millionen Euro mehr streichen wollen und sich dann bei uns hinstellen und den guten Kinderonkel makieren – das ist wirklich widerlich!! Sozialistische Grüße Anne
Nochmal: Auch wenn es hier einzeln behauptet wird: Es werden keinerlei Kommentare gelöscht. Dies bleibt auch so. Ich bitte alle – bevor sie dies schreiben – die privaten Daten ihres Browsers (hoffentlich mozilla und nicht windoof), also den cache, zu löschen. Dann aktualisieren und schon erscheint der Kommentar, sofern wordpress nicht zu langsam ist.
Sehr geehrter Herr Böhning,
Sie konkurrieren mit allen Bundestags – KandidatInnen Ihres Wahlkreises und sollten sich auch mit allen ernsthaft auseinandersetzen. Die BürgerInnen sehen nämlich sehr genau hin, was Ihnen jede einzelne Kandidatin und jeder einzelne Kandidat zu bieten hat.
In Ihrer aktuellen Wahlkampfwerbung (Briefpost) schreiben Sie Ihr Ziel sei es, gemeinsam mit den Menschen in Ihrem Wahlkreis “ganz konkrete Projekte auf den Weg zu bringen”. Wo bleibt denn dann Ihr ganz konkretes Engagement für das Modellprojekt “Ökologische Sanierung Berliner Landwehrkanal”? Sie wissen hoffentlich, dass den WählerInnen in Ihrem Wahlkreis ökologische Themen sehr wichtig sind.
Ich habe beim Deutschen Bundestag eine Petition eingereicht, die nicht zur öffentlichen Mitzeichnung zugelassen wurde. Gegenstand der Petition: “Der Deutsche Bundestag möge beschließen über das BMVBS ein Modellprojekt `Ökologische Sanierung Landwehrkanal´ zu finanzieren”. Teil des Modellprojekts ist eine integrierte Gesamtplanung der Sanierung (z.T. auch Masterplan genannt). Das Verkehrsministerium hat in seiner Antwort auf die Petition die Entwicklung eines gesamtstädtisches Konzepts für die Sanierung des Landwehrkanals begrüßt und auf den Senat verwiesen:
“Eine abschließende Entscheidung des für die städtebauliche Planung zuständigen Landes steht zur Zeit noch aus. ”
Auf Nachfrage einer Journalistin Ende Juli 2009 sagte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung man wisse nichts von einem gesamtstädtischen Konzept/ einer integrierten Gesamtplanung für die Sanierung des Landwehrkanals.
Der Senat ist am Zug. Herr Böhning, Sie arbeiten bei Herrn Wowereit in der Senatskanzlei. Wie wirken Sie “ganz konkret” auf die Verwirklichung des o.g. Modellprojektes hin?
Die Petition und die Antwort des Verkehrsministeriums ist hier zu finden
http://baumschutz.files.wordpress.com/2009/07/bmvbs-schreiben230609.pdf
Hier kann man lesen wie die BI/Verein “Bäume am Landwehrkanal” die Antwort des BMVBS interpretiert:
http://baumschutz.wordpress.com/?s=petition+anuschka+guttzeit
Herr Böhning, Sie möchten “nicht über die Menschen entscheiden, sondern mit Ihnen Politik machen”, sagen Sie. Wieso fordern Sie aber die WählerInnen auf, auf Ihrer website Kommentare abzugeben, wenn Sie diese dann ignorieren und nicht darauf antworten? Wie “gemeinsam” würde denn dann erst die von Ihnen gepriesene gemeinsame Gestaltung der Politik mit den BürgerInnen aussehen, wenn Sie in den Bundestag gewählt werden würden? Es ist peinlich, dass Sie sich durch das Layout Ihrer Wahlkampfplakate auf den erfolgreichen Wahlkampf von US – Präsident Obama zu beziehen versuchen, Sie aber gleichzeitig offenbar inhaltlich so sehr wenig zu bieten haben. Ein Element des erfolgreichen inhaltlich fundierten Obama- Wahlkampfes war sein bürgerInnennaher Internet – Wahlkampf, in dem auf die Fragen der WählerInnen eingegangen wurde.
Die Antworten auf meinen Kommentar vom 25. April 2009 auf Ihrer website (siehe unten) stehen noch aus! Aktuell fordert übrigens das bundesweite unabhängiges Netzwerk “Bürger für Bäume”
http://buerger-fuer-baeume.com/WeisseBaendchen.aspx
von der Bundespolitik eine wirksame Neuregelung des Baumschutzes in Deutschland z.B. durch ein Bundesbaumschutzgesetz. DIe Antworten der Bundesparteien werden noch vor den Bundestagswahlen am 27. Sept. im Internet veröffentlicht.
Hier der unbeantwortete Kommentar:
“Anuschka Guttzeit sagt:
25. April 2009 um 11:26
Sehr geehrter Herr Böhning,
(nicht nur) anläßlich des heutigen “Tag des Baumes” habe ich 3 Fragen an Sie:
1.Haben Sie schon die Petition “Klimaschutz durch Baumschutz” mitgezeichnet?
http://tinyurl.com/cxe2v8
2. Wie stellen Sie/Ihre Partei sich konkret eine in der Praxis wirksame gesetzliche Regelung des Baumschutzes vor?
Hier besteht dringender Neuregelungsbedarf, denn trotz der Klimakatastrophe werden überall in Deutschland massenhaft ökologisch wertvolle Bäume gefällt. Z.B. wurden in Frankfurt am Main 200 Hektar Wald abgeholzt, um den Flughafen zu erweitern, 100 Hektar sollen noch folgen. Im Naturpark Rheinland will der Betreiber des Freizeitparks “Phantasialand” 50.000 Bäume fällen, um seinen Freizeitpark größer zu machen. In Dresden wurden wegen des Baus der Waldschlösschen-Elbbrücke jahrhunderte alte Bäume gefällt, In Brandenburg sind wegen eines neuen unzeitgemäßen Alleenkonzepts der Landesregierung 100.000 Alleenbäume in Gefahr. In Berlin kämpfen AnwohnerInnen seit 2 Jahren gegen das Wasserschifffahrtsamt, das trotz eines Mediationsverfahrens am Landwehrkanal immer wieder unnötig Bäume fällen will, unnötig Bäume massiv beschneiden und Büsche roden läßt.
3. Die Unternehmen/die Politik müssen endlich von anachronistischen Großbauprojekten und ökologischer Ignoranz – wie z.T. oben genannt – abkommen und zukunftsgerecht umgesteuern. Dazu die nächste Frage:
Wie möchten Sie umweltreundliche, innovative Technologien fördern, die laut der Ökonomin Claudia Kemfert (Quelle: Aktuelles Zitty-Interview) zwar längst entwickelt, aber wegen der Risikoscheu deutscher Unternehmer noch nicht am Markt sind? Dies ist in der derzeitigen Wirtschaftskrise dringend nötig. – Auch in Ihrem Wahlkreis mit ohnehin schon sehr hoher Arbeitslosigkeit werden wohl wegen schrumpfender Werbeetats großer Firmen viele kleine selbstständige Kreative pleite gehen. Wie wollen Sie die nötigen innovativen neuen Arbeitsplätze in Ihrem Wahlkreis schaffen?
Mit freundlichen Grüßen
Anuschka Guttzeit
Anuschka Guttzeit
Mitbegründerin BI “Bäume am Landwehrkanal”
http://www.baeume-am-landwehrkanal
Bis zum Kommentar von Anne( Hallo!)wollte ich mich eigentlich nur als Leser
betätigen.Aber Sie hat alles -fast- auf den Punkt gebracht.So und nicht anders sehen bei uns die Debatten nahezu täglich aus. Natürlich ist es Klasse mit vielen Leuten zu Spechen – aber manchmal drängt sich halt doch der Verdacht auf,daß irgentwer einfach nicht richtig zu hört…Und dies sei noch gesagt:Fast jeder zweite aus unserem recht großen Kreis erzählt nur ein`s – SPD für den Bundestag wählen ? A-ja..wegen der großen anderen Partei.Gesunde Opposition wäre doch eine ehrliche Geschichte – oder..?
Hallo,
mir geht es so wie Gerald, eigentlich wollte ich stillschweigender Leser bleiben. Doch das kann ich dann doch nicht. Ich möcht mich bei Dir Herr Böhning bedanken. Du hast durch Deine vielen Termine im Kiez eine Möglichkeit geschaffen, dass man mit Dir ins (kurze) Gespräch kommen kann, dass du zuhörst, und man dein Engagement sieht, hört und auch spührt. Man trifft dich in X-Berg 61, am Kotti, in F-hain und in PBerg und das nicht erst seit 14 Tagen bzw. 01.09.09 sondern durchgehend seit dem EU-Wahlkampf. Deine Strategie finde ich klasse, die neuen Medien zu nutzen (ob jetzt ein Präsident in den USA damit angefangen hat, spielt keine Rolle). Viele in unserem Kiez gestalten komplett ihr Leben durch das Netz. Dann auch die Menschen da treffen, wo sie sind, im Netz, auf der Strasse, im Café, im Kiez.
Ich kann meine Vorredner nicht ganz verstehen. Wir Alle wollen Nachhaltigkeit und das nicht nur auf kommunaler Ebene und jetzt gibt es jemanden der von der Bundesebene kommt und kommunale Veräderung will, sich inhaltlich mit den Bedürnissen der Bürger auseinander setzt und somit die Möglichkeit schaffen kann diese ziele umzusetzen und sie weiter zu tragen. Und den wollt ihr nicht?
Wer will denn populistische Kandidaten wählen die mit Arschgeweih-, Dekolleté- und Jeanne dArcplakaten werben?
Kaum ein Kreuz wird so schwer gesetzt werden wie am 27.09. und doch sollte jeder sich Fragen, was er nicht will anstatt daranrumzumäkln was er gerne hätte! Weil es geht um die Verantwortung gegenüber einem selbst und der Gesellschaft, deinem Nachbarn, dessen Kindern sowie deinen eigenen!
Mit besten Grüßen
Peter
Nun, das Problem mit diesem SPD-Kandidaten ist nicht, dass er viel unterwegs ist und diskutiert, sondern, dass er Dinge einfordert bzw. verspricht, die er hätte in Berlin schon längst in die Tat umsetzen können. Er ist direkt am Wowereit dran und die Wowereit-Regierung macht gerade den sozialen Bereich – Kinder, Familie, Bildung – platt. Wenn der Kandidat nicht nur gefällige Luftblasen von sich gäbe, würde es auch in unserem Bezirk um den Bereich Kinder und Familie viel besser gestellt sein. Er muss sich in die Verantwortung für diese Landesregierung nehmen lassen, weil er mit verantwortlich ist – warum soll ich also jemanden gut finden oder gar wählen, der diese Stadt und besonders die Bezirke an die Wand fahren lässt?
Gruß Anne