Schluss mit rechten Übergriffen!

August 27, 2009 von ulricho  
Filed under Allgemein, Friedrichshain-Kreuzberg

Stellungnahme von Björn Böhning zum rechten Angriff auf die B-Jugendmannschaft von Türkiyemspor e.V. in Lindow

Die rechte Gewaltwelle reißt nicht ab. Am Dienstagabend hat es einen Angriff von rechtsextremen Jugendlichen auf die B-Jugendspieler des Fußballvereins Türkiyemspor e.V. gegeben, die sich für ein Trainingslager im brandenburgischen Lindow aufhielten.

Ich verurteile den Angriff und drücke hiermit meine besondere Solidarität mit den Spielern und Betreuern der Nachwuchsmannschaft von Türkiyemspor e.V. aus. Der Verein leistet einen unschätzbaren Beitrag für das interkulturelle Zusammenleben in unserer Stadt. Ich stehe fest an der Seite der Spieler, Vereinsmitglieder und auch der Eltern und Angehörigen.

Es darf nicht sein, dass Menschen in unserer Gesellschaft aufgrund ihrer Hautfarbe oder Religionszugehörigkeit diskriminiert oder angegriffen werden! Es darf nicht sein, dass Eltern um das Wohl ihrer Kinder fürchten, wenn sie für ein Trainingslager oder ein Fußballspiel in eine andere Stadt reisen!

Wir müssen den Kampf gegen Rechts gemeinsam und kontinuierlich führen. Mobile Beratungsteams und Initiativen zur Opferberatung müssen abgesichert und weiter ausgebaut werden. Mit Nachdruck fordere ich deshalb zur Gründung einer Bundesstiftung für demokratische Kultur auf. Diese sichert die Arbeit der vielen Initiativen gegen Rechts allerorten. Denn nur wenn wir in allen Teilen und Städten des Landes und bei allen gesellschaftlichen Gruppen für ein friedliches und diskriminierungsfreies Miteinander werben, haben wir eine Chance im Kampf gegen Rechts.

Kommentare

5 Antworten zu “Schluss mit rechten Übergriffen!”
  1. jan sagt:

    Das ist vollkommen richtig, aber es gibt auch Terror von links. Deshalb ist es abzulehnen, pauschal “rechts”den Kampf anzusagen; besser wäre es jeglicher politisch motivierter Gewalt den Kampf anzusagen.

  2. Knut sagt:

    Grundsätzlich gebe ich Ihnen auch recht, aber woher wissen Sie denn was genau dort vor Ort passiert ist? Waren Sie dabei?
    Es dürfte auch Ihnen bekannt sein, dass auch unsere türkischstämmigen Jugendlichen keine Kinder von Traurigkeit sind was Gewalt angeht und laut Zeitungsbericht sind beide Seiten mit Schlagwerkzeugen aufeinander losgegangen.
    Als, erst informieren, dann richten.

  3. Reiner sagt:

    Wäre es angesichts der vielfältigen Berichterstattung in der Presse nicht langsam an der Zeit, diese undifferenzierte Stellungnahme etwas zu überarbeiten, auch wenn die “klare Ansage” im Wahlkreis bzw. Wahlkampf sicher weiter gut gut ankommt?

  4. Sebastian sagt:

    Ich finde es ehrlich gesagt in höchstem Maße unpassend, Herr Böhning, dass Sie sich reflexartig ausgelöst durch ihre “Lauerstellung” im Kampf gegen “Rechts(extremismus)”<- [Das in Klammern gesetzte ist ja bei Ihnen und ihrer Partei überflüssig, da es sowieso das selbe sei] sofort an die forderste Front der "Empörungspolitiker" stellen und hier "Rechter" Gewalt reden und sich mit einer Gruppe solidarisieren, von denen man später erfahren darf, dass sie selbst keine Unschuldslämmer sind (zumal von den Lindower Spielern nicht berichtet wird, dass sie, wie Sie es unterstellen, alles Neo-Nationalsozialisten seien, (in Ihrem Jargon heißt das ja "Rechts"), als die sie sich nur allzu gern präsentieren wollen. Wenn sie mir erlauben wenn ich kurz einen Artikel zu dem Vorfall zitieren dürfte.

    ZITAT TAGESSPIGEL: Türkiyemspor-Präsident erhebt Vorwürfe gegen Ermittler – vom 29.08.2009
    "Der Fall ist verworren: Am Montag gab es an der Discounter-Kasse offenbar eine Streiterei, woraufhin ein 20-Jähriger aus der Stadt einen Berliner als „Kanake“ und „Dönerfresser“ beschimpft und ein anderer, der den Arm zum Hitlergruß erhob, „Sieg Heil“ gerufen haben soll. Bürgermeister Wolfgang Schwericke (SPD), der zufällig dabei war, habe nur das Gerangel bemerkt. Die Spieler hätten ihm gesagt, sie werden bedroht. „Ich habe sie ein Stück weit zur Sportschule begleitet“, berichtet er. Sie seien „sehr geladen“ gewesen und hätten Passanten „deutsche Nutten“ und „deutsche Schweine“ genannt. Der Bürgermeister habe sie auch rufen hören, „wir kommen wieder und machen euch platt“. Auch wenn die Lindower Jugendlichen zu dem Zeitpunkt nicht da gewesen seien, schließt die Staatsanwaltschaft aus dieser Ankündigung eine Verabredung für Dienstagabend."

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/Brandenburg-Tuerkiyemspor-Lindow;art128,2885783

    Ich würde Sie bitten, vorher solche Vorfälle genauer zu prüfen, bevor sie sich mit den "Betroffenen" solidarisieren. In diesem Fall ist von keiner Seite her ein "Unschuldslamm" auszumachen. Unter anderem auch würde ich mit meiner "grenzenlosen Solidarität" nicht voreilig sein, es sei denn sie billigen im Gegensatsatz zu den verbalen Ausdrücken die man den Türken an den Kopf geschmissen hatte, die Ausdrucksweise mit denen die Spieler von Türkyemspor die deutschen Spieler aus Lindow beleidigt haben. Das würde doch, auch wenn es in ihrer Partei und ihrem Walhkreis, bzw ihrem Wählerklientel "gut ankommen mag, ein doch eher fragwürdiges Licht auf Ihre Person werfen. Man sollte auch immer die "Kehrseite" der Medaille betrachten, denn selten ist eine Seite "blitzblank", während die andere "dreckig" ist.

  5. stephan sagt:

    Ich habe wegen dieser Erklaerung eine Mail mit einigen Fragen an Herrn Böhning geschrieben, Leider habe ich bis heute keine Antwort bekommen. Anscheinend ist Herr Böhning zu beschäftigt sich um die Fragen seiner Wähler zu kümmern. Vorallem wenn sie sich Sorgen ob Herr Böhning ihre Interessen im Bundestag vertritt.

Sagen Sie uns Ihre Meinung

Sagen Sie uns was Sie denken...