Zeit für Bildung
September 24, 2009 von ulricho
Filed under Allgemein, Positionen
Es ist leider schon fast eine Binsenweisheit: der Bildungserfolg der jungen Menschen in Deutschland hängt zum großen Teil vom Geldbeutel der Eltern ab. Es gibt viel zu wenige Abiturienten aus Arbeiter- und Migrantefamilien. Aber jeder Mensch hat ein Recht auf gute Bildung unabhängig von seiner Herkunft oder der Fähigkeit der Eltern, für Bildung zu zahlen. Unser Bildungssystem muss besser werden. Das ist eine gemeinsame Aufgabe, bei der alle anpacken müssen.
Ein wichtiges Ziel ist, die Zahl der Schulabbrecher drastisch zu reduzieren. Es ist nicht länger hinnehmbar, dass jährlich 80.000 Schülerinnen und Schüler in Deutschland ohne Abschluss bleiben. Dafür brauchen wir ein Bildungssystem, das alle jungen Menschen von Anfang an fördert und nicht aussiebt. Dabei will ich das längere gemeinsame Lernen mit einer besseren individuellen Förderung verbinden. Erzieher und Lehrer leisten hierbei wichtige Arbeit, die durch eine bessere Aus- und Weiterbildung sowie angemessene Bezahlung unterstützt werden muss.
Wir müssen die Qualität der frühkindlichen Bildung in den Kitas verbessern, dazu gehört, dass wir die Erzieherinnen und Erzieher in unseren Kitas besserstellen. Mit erweiterten Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten wollen wir den Beruf der Erzieherin und des Erziehers attraktiver machen. Zugleich brauchen wir mehr Erzieherinnen und Erzieher mit Migrationshintergrund, um Sprachbarrieren bei den Kindern einzureißen und gute Startchancen für die Schule zu ermöglichen.
Gute Aus- und Weiterbildung braucht offene Hochschulen. Dazu gehört für mich, wie zu Kita und Schule, die Gebührenfreiheit. Zusätzlich will die SPD einen bundesweit einheitlichen und erleichterten Hochschulzugang für Fachkräfte ohne (Fach-)Abitur durchsetzen. Auch eine Berufsausbildung plus Berufserfahrung soll den Zugang zur Hochschule eröffnen. Neben den rechtlichen Voraussetzungen ist hier eine kulturelle Öffnung der Hochschulen für Studierende ohne Abitur und aus bildungsfernen Familien notwendig. Nicht zuletzt müssen sich die Hochschulen noch stärker als bisher für Fort- und Weiterbildungen öffnen, um lebenslanges Lernen weiter auszubauen.
Für die Migrantinnen und Migranten muss schließlich die Anerkennung im Ausland erworbener Bildungsabschlüsse verbessert werden. Die SPD will mit einem neuen Anerkennungsgesetz dafür zu sorgen, dass die Abschlüsse Qualifikationen von Migranten schneller anerkannt werden. Jeder Einwanderer muss spätestens nach 6 Monaten wissen, welcher seiner Abschlüsse und Qualifikationen auch bei uns anerkannt wird. Es muss aufhören, dass viele von ihnen in Deutschland weit unter ihrer Qualifikation arbeiten müssen. 500 000 Einwanderer haben einen akademischen Abschluss, der in Deutschland nicht anerkannt wird. Für die Nachqualifikation von Einwanderern wird da, wo es notwendig ist, im Rahmen des Anerkennungsgesetzes ein konkreter Qualifizierungsplan erstellt. Das System der Einstiegsstipendien wird deutlich ausgeweitet, damit mehr Leistungspotenziale von Einwanderern für Integration durch Bildung genutzt werden können.
All dies ist nur mit einer starken Sozialdemokratie im Deutschen Bundestag umzusetzen. Daher bitte ich um Ihr Vertrauen und um Ihre Erststimme für mich und Ihre Zweitstimme für die SPD.





“Es ist leider schon fast eine Binsenweisheit: der Bildungserfolg der jungen Menschen in Deutschland hängt zum großen Teil vom Geldbeutel der Eltern ab. Es gibt viel zu wenige Abiturienten aus Arbeiter- und Migrantefamilien. Aber jeder Mensch hat ein Recht auf gute Bildung unabhängig von seiner Herkunft oder der Fähigkeit der Eltern, für Bildung zu zahlen. Unser Bildungssystem muss besser werden. Das ist eine gemeinsame Aufgabe, bei der alle anpacken müssen.”
Nein, der Bildungserfolg ist mit dem Geldbeutel der Eltern korreliert aber nicht ursächlich verbunden. Das ist ein himmelweiter Unterschied über den nachzudenken sich lohnt.
Grundschulen mit einem ndH (nicht deutscher Herkunft) Anteil von über 50% erhalten einen erheblich besseren Betreuungsschlüssel als solche mit unter 50%. Hauptschulen haben Klassenstärken von ca 17 Kindern, Gymnasien von ca 30.
Ein Gymnasiast kommt den Berliner Haushalt 30% billiger als ein Hauptschüler.
Fazit: Kinder mit Bildungsdefiziten werden bereits besonders gefördert.
Wem wird denn das Recht auf gute Bildung vorenthalten? Herr Böhning, leben wir
in Paralleluniversen? Sie tun so, als lebten wir in einem dritte Welt Staat.
Ursache für schlechte Bildung sind: Schwänzen, keine Hausaufgaben machen, im Unterricht nicht aufpassen und/oder stören. Sie als Politiker täten gut daran,
dies so zu sagen.
Sie sind mit ihren Thesen irgendwo in den 70igern des letzten Jahrhunderts hängengeblieben.
Zur Lektüre empfehle ich:
“Culture Matters: How Values Shape Human Progress”
“Freakonomics”
“The secret of self-control”
(http://www.newyorker.com/reporting/2009/05/18/090518fa_fact_lehrer?currentPage=all)
“Wir müssen die Qualität der frühkindlichen Bildung in den Kitas verbessern, dazu gehört, dass wir die Erzieherinnen und Erzieher in unseren Kitas besserstellen.”
Sie sind SPD, right, quasi in Berlin an der Macht. Los geht’s! Auf ans Werk, des Quatschens ein Ende. Waren Sie am 22.9 am Roten Rathaus dabei. 12000 Eltern, Erzieher und Kinder haben genau dafür demonstriert.
Hören Sie auf mit den Phrasen, schreiten Sie endlich zur Tat!
Ansonsten war das für längere Zeit die letzte Legislaturperiode, die Sie
in Berlin am Hebel verbringen durften.