Kein Thor Steinar-Laden in Friedrichshain!

Februar 27, 2009 von Björn  
Filed under Allgemein, Friedrichshain

Am morgigen Samstag (28.2.09) soll in der Petersburger Straße 94 in Friedrichshain ein Outlet Shop der insbesondere bei Rechtsradikalen beliebten Marke „Thor Steinar“ eröffnet werden. Und das an einem historisch abscheulichen Ort: In der Petersburger Straße 94 befand sich in der Zeit des Nationalsozialismus ein Keglerheim, das von der SA als Stammlokal genutzt wurde. Im Keller des Keglerheims wurden Antifaschisten nach 1933 inhaftiert, gefoltert und ermordet („Mörderkeller“).

Zur Eröffnung des „Thor Steinar“-Ladens wird es morgen ab 10.00 Uhr eine Kundgebung geben. Ich bitte Euch alle, möglichst zahlreich zu kommen. Kein Thor Steinar-Laden in Friedrichshain und auch nicht anderswo!

Weitere Informationen auf antifa-fh.de.vu

Mein Friedrichshain

Februar 10, 2009 von Björn  
Filed under Friedrichshain

Gleich hinter der Oberbaumbrücke beginnt Friedrichshain. Wo einst in den Speichern und Lagern am Osthafen Eier gekühlt und allerlei Waren umgeschlagen worden sind, und auch die Mauer verlief, hat sich inzwischen eine beeindruckende kreative Szene entwickelt. Ich denke da an Universal, MTV und die verschiedenen Modelabels, die sich dort angesiedelt haben. Und an die O2-Arena, Heimat der Eisbären! Der Spreeraum pulsiert. Aber: Ich mache mir Sorgen, dass die Ufer nicht durchgehend öffentlich zugänglich bleiben. Dafür setze ich mich ein. Statt grauer Bürohausschluchten stelle ich mir verschiedene Orte zum Leben, Wohnen und Arbeiten vor!

Gerne spaziere ich an den Geschäften und Unternehmen zwischen Revaler Straße und Frankfurter Allee vorbei. Was sich auf dem Gebiet des ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerks an der Warschauer Brücke getan hat, finde ich klasse: Diese kreative Mischung, aus Kunst, Kultur, Skaterhalle, Freiluftkino, Kletterturm und aus alternativen Freiräumen muss bestehen bleiben!

In den Sanierungsgebieten Friedrichshains rund um das Ostkreuz und den Boxhagener Platz sowie im Norden um die Samariterkirche wurde in den vergangenen Jahren mit Hilfe des Quartiersmangements viel bewegt. Dass das so bleibt, und die vielen fruchtbaren Projekte erhalten bleiben, dafür setze ich mich ein! Faszinierend ist für mich auch das Schienengewirr am Ostkreuz – Berlins quirligster S-Bahn Bahnhof. Endlich hat die Bahn mit dem unumgänglichen Umbau begonnen (Rücksicht auf die Anwohner nehmen!).

Im SEZ sportlich sein und im Volkspark grillen, das ist für mich Lebensqualität in Friedrichshain.

In Friedrichshain spüre ich die Berliner Geschichte, gerade 20 Jahre nach dem Mauerfall. Hier liegt eine der Wiegen der Berliner Sozialdemokratie. Einst wohnten hier Größen wie Friedrich Ebert oder Franz Neumann. Niemals vergesse ich die vielen Widerstandskämpfer, die sich den Nazis in den Weg stellten, als diese den Bezirk in “Horst-Wessel-Stadt” umbenannt hatten. Für mich gilt: Geschichte ist Verantwortung. Kein Fußbreit den Faschisten, nicht im Bezirk, nicht in Berlin, Nirgendwo!

Mein Friedrichshain ist ein Bezirk für alle Generationen: Oft denke ich an die Mühen von Älteren oder Familien, wenn sie die Treppen der großen Mietshäuser überwinden müssen. Mehr Barrierefreiheit wäre nötig! Und damit auch Ältere im Kiez wohnen bleiben können, muss Altersarmut stärker bekämpft werden.

Björn Böhning trifft Mark Schieritz im Moviemento

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