Kreuzbergs Kulturszene ist überaus facettenreich
August 4, 2009 von Robert Zink
Filed under Allgemein, Friedrichshain-Kreuzberg, Kreuzberg, Kultur, Positionen
Nahezu jeder fünfte Berliner Kreative arbeitet im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Bei den Künstlern ist es sogar jeder Vierte.
Neben Konstanten wie zum Beispiel dem Martin-Gropius-Bau, dem Jüdischen Museum, der Berlinischen Galerie und der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst in der Oranienstraße, hat sich ein ganz neuer Kulturcluster entwickelt, dem ich zusätzlich eine besondere Beachtung schenke!
Im Verbund mit der Eigeniniative derer, die im Kreativbereich gerade in einem sozialschwachen Bezirk wie Kreuzberg Potenziale entdecken, Chancen nutzen, viel arbeiten und neue Arbeitsplätze schaffen, stehe ich im konstruktiven Austausch.
Mein Ziel ist nicht die Romantisierung Kreuzbergs, sondern meine politische Verantwortung steht für die nachhaltige Stärkung, Erhaltung und Entwicklung des Kulturstandort Kreuzbergs.
Bei meinem KulturRundgang am 18.7.2009 stand im Mittelpunkt, beispielhafte Kunstorte zu besuchen, die aktiv den Kulturbezirk Kreuzberg beleben, prägen und gesellschaftlich gestalten. Zusammen mit 25 Teilnehmern und Teilnehmerinnen aus den Bereichen Kunst, Politik, Kultur und Wissenschaft, diskutierte ich mit dem Galeristen Kai Hoelzner, dem Mitglied des Abgeordnetenhauses Brigitte Lange, den Betreibern des Kotti-Shops, der SPD-Bezirksstadträtin Sigrid Klebba, dem Geschäftsführer des Aqua-Carres Conrad von Rössing, dem Geschäftsführer des Jüdischen Museums Dr. Klopsch, Vertretern der Initiative Berliner Kunsthalle und dem Galeristen Werner Tammen.
Meine Themen in der Politik standen dabei im Vordergrund: der Stopp ständig steigender Mietpreise, Kreuzberg als geeigneter Standort der Berliner Kunsthalle, transparente und den jeweiligen Projekten angemessene Förderantragsregularien, nachhaltige und niedrigschwellige Lösungen für die Kreativwirtschaft im Bereich der Nutzung von Immobilien, die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Erhaltung von Kunst-Freiräumen und der Ausbau der vom Senat geförderten Ateliers.
Von Kunstvereinen, Museen, Galerien, Off-Spaces, sozialen Nachbarschaftsprojekten, temporäre Ausstellungsorten, Orten urbaner Kulturwirtschaft und Ateliers bis hin zur Blumengroßmarkthalle, setze ich mich für den Ausbau der kulturellen Infrastruktur Kreuzbergs ein.
Kunst und Kultur zu fördern, sehe ich als die Pflichtaufgabe der Politik.
Für die Konkretisierung möchte ich einen Kreativpakt zwischen Politik, Wirtschaft, Künstlern und Kreativen auch auf bezirklicher Ebene ins Leben rufen.
Björn Böhning beim „TrendMafia“-Designermarkt
Am ersten Märzwochenende besuchte Björn Böhning, Bundestagskandidat im Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzlauer Berg-Ost, den „TrendMafia“-Designermarkt im Modulor Haus (ehem. Bechsteinhaus) in Kreuzberg am Moritzplatz. Dort können inzwischen regelmäßig Kreative, Grafiker und Designer ihre Produkte verkaufen. Zusammen mit Stadtrat Peter Beckers besuchte Böhning zahlreiche Stände. Björn Böhning: „Für viele Kreative ist so ein Markt eine ideale Chance, raus aus der Werkstatt, einmal die eigenen Entwürfe und Muster einem größeren Publikum zu präsentieren. Kunden finden hier neue Kreationen, die nicht von der Stange kommen, witzige Geschenkideen, Kunstvolles fürs eigene Heim – Shopping in entspannter Atmosphäre.“ Die Nächste Möglichkeit zum Shoppen im Bechsteinhaus: Samstag, 4. April 2009, 13 bis 20 Uhr (Eintritt zwei Euro).
Mein Kreuzberg
Vielleicht geht es vielen so. Ich lebe gerne in der Stadt, auch gerade in der großen Stadt. Mein Kiez muss abwechslungsreich und kulturell, aber auch lebenswert sein und ein zuhause bieten.
Das finde ich in Kreuzberg. Nicht immer „wie geleckt“, (eigentlich ja nie), nicht immer „ordentlich“, (eigentlich überhaupt nicht), auch nicht immer freundlich (oft sogar etwas ruppig). Aber trotzdem lebenswert und gefüllt mit Menschen, die etwas tun wollen für ihr Umfeld.
Ein Blick vom Kreuzberg auf die Stadt (hier wohnen meine Frau und ich), ein Besuch der Blumenmarktgroßhalle am Jüdischen Museum (hier muss die Kunsthalle hin!), ein Spaziergang am Landwehrkanal (lasst bloß die Bäume stehen!), ein Blick zur Hochbahn (wer singt heute in der U1?), durch den Görlitzer Park (wird der Brunnen endlich mal repariert?).
Wenn ich durch Kreuzberg gehe, bin ich zu Hause, weil ich auch zugereist bin, wie viele andere auch. Wenn ich durch Kreuzberg gehe, gehen mir aber auch viele Sachen durch den Kopf: Wo finden die Kids, die hier Fußball spielen, später mal einen Job? Kann sich das kleine Theater im Kiez halten? Können wir in Kreuzberg alle Probleme lösen, wie zum Beispiel am „Kotti“? Was tun wir gegen die Mietspirale? Diese Fragen möchte ich gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern anpacken.
An der Spree. Hier war früher Grenze und Schluss. Ich war damals noch auf der Schule, nicht in Berlin. Heute sehe ich von der Oberbaumbrücke nach Osten. Schöner Fluss. Hier brauchen wir Uferwege, keine Autobahn!








