Brief von Thorsten Schäfer-Gümbel an Franz Müntefering und Dr. Peter Struck

Juni 18, 2009 by Sebastian  
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Sehr geehrter Herr Vorsitzender, lieber Peter,

ich hatte Dich bereits vor einigen Wochen auf meine sehr kritische Meinung zum Vorgehen in Sachen Internetsperren hingewiesen. Aus diesem Grund habe ich in den vergangenen Wochen einige sachdienliche Hinweise gegeben, die eine Erweiterung der Debatte ermöglichen sollten. Den Antrag zum Bundesparteitag, dass das Gesetz nicht verabschiedet werden sollte, fand meine ausdrückliche Unterstützung. Der Beschluss des Parteivorstandes in dieser Angelegenheit ist zwar ein großer Fortschritt und hat einige Probleme entschärft, aber die grundsätzliche Frage nach den Internetsperren ist damit nicht geklärt worden. Sowohl das Verfahren als auch das Ergebnis in den Verhandlungen zwischen SPD und CDU/CSU überzeugten mich nicht. Sowohl die strafrechtlichen Wirkungen für den Vorrang der Löschung kinderpornographischer Inhalte sind unbestimmt, die Strukturen sind auf eine wirkliche und systematische Löschung nicht ausgelegt. Das muss aber unser Ziel bleiben! Ähnlich unbestimmt ist die Kontrolle des BKA durch das Gesetz. Daher  alte ich das Gesetz nicht für verabschiedungsfähig.

Die gestern veröffentlichte Erklärung des Online-Beirats der SPD, die ich nachfolgend auszugsweise dokumentiere, trifft inhaltlich meine Zustimmung. Dort heißt es wörtlich:

„1. Es handelt sich um ein Gesetz, das einen Zensurmechanismus errichtet. Die Angst der Bürger, dass dieser Mechanismus missbraucht wird, ist angesichts der vielen Forderungen der Ausdehnung der Netzsperren hoch berechtigt…

2. Der notwendige Kampf gegen Kindesmissbrauch und Kinderpornographie muss intensiv und vorbehaltlos geführt werden, aber mit effektiven Mitteln. Die Netzsperren sind erwiesenermaßen ineffektiv und zudem mit hoher Wahrscheinlichkeit grundgesetzwidrig. Sie berücksichtigen nicht, dass Kinderpornographie im Internet fast ausschließlich in geschlossenen Nutzergruppen wie Foren oder Chat-Systemen verbreitet wird. In der Antwort auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion hat das Wirtschaftsministerium bestätigt, dass die Bundesregierung keine Erkenntnisse über die internationale Verteilung von Webseiten mit kinderpornografischen Inhalten hat. Auch liegen keine Informationen vor, in welchen Staaten Kinderpornografie nicht verfolgt wird.“

Die Argumente des Online-Beirates sind in diesen Punkten stichhaltig und verweisen auf die Problemlage. Ich will im Nachgang zu meinem Brief nochmals in aller Klarheit betonen, dass die abscheulichen Inhalte aus dem Netz müssen. Dazu bedarf es einer effizienten und effektiven Strafverfolgung sowie einer Löschung der Inhalte.

In jedem Fall wird die Debatte mit einer Entscheidung des Bundestages nicht beendet sein, die offenen Fragen müssen geklärt werden. Deshalb bitte ich nochmals die Argumente zu überprüfen und eine Beschlussfassung des Gesetzes auszusetzen.
In diesem Sinne verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen
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Thorsten Schäfer-Gümbel

In der Metropole zu Hause

Kongress “Heimat Metropole. Sozialdemokratische Politik für moderne Großstädte” (Einladung)

banner_metropole_220x146Ein neues Positionspapier beschreibt die Leitgedanken sozialdemokratischer Großstadtpolitik, denn gerade in den Städten konzentrieren sich die bildungs- und sozialpolitischen Aufgaben unsere Gesellschaft wie in einem Brennglas.

Rund ein Jahr lang hatten in der Metropolenkommission des Parteivorstandes, unter der Leitung von Klaus Wowereit, sozialdemokratische Bürgermeister, Lokalpolitiker und andere Experten an diesem Papier gearbeitet. Am 11. Mai 2009 wurde “In der Metropole zu Hause. Leitgedanken sozialdemokratischer Großstadtpolik” von Klaus Wowereit und  Franz Müntefering vorgestellt.

Der Kerngedanke: Gemeinsame Anstrengungen von Bund, Ländern und Gemeinden dürfen nicht mehr an den verschiedenen Zuständigkeiten scheitern. Daher schlägt die SPD eine Aufhebung des grundgesetzlichen Kooperationsverbots vor.

Klaus Wowereit: “Unser gemeinsames Ziel ist und bleibt es: In den sozialdemokratisch geführten Städten Deutschlands soll jede und jeder ein Zuhause finden, seine Chancen bekommen und sich wohlfühlen können. Wir wollen für alle Heimat schaffen in der Metropole. Dafür und daran arbeiten wir.” (wahlkampf09)

3. Juli 2009, Einlass 17:00 Uhr, Berlin
Radialsysthem Berlin
Holzmarktstraße 99
10243 Berlin

Türkiyemspor feiert 30. Geburtstag

Am Freitag, den 20. März feierte der Sportverein Türkiyemspor e.V. sein 30jähriges Jubiläum. 1978 gegründet hat sich Türkiyemspor heute zum einem sportlichen und integrationspolitischen Vorzeigeprojekt entwickelt. Auch sportlich geht es aufwärts: Erst will der Verein die Regionalliga halten, um dann nach oben zu schauen. Zum Jubiläum war gemeinsam mit Björn Böhning der SPD-Parteivorsitzende Franz Müntefering erschienen. Björn Böhning gratulierte Türkieyemspor zum 30. Geburtstag: “Ich wünsche dem Verein, dass er seine selbst gesteckten Ziele erreicht. Dafür sind mehr Untersützerinnen und Unterstützer und mehr Sponsoren nötig. Ich kann Unternehmen und Einzelpersonen nur aufrufen den Verein sportlich, finanziell und ideell zu unterstützen!” Als Geschenk überreichte Böhning einen Kicker “für das Spiel nach dem Fußballspiel”. Viele kleine Sportlerinnen und Sportler nutzten das Spielgerät den ganzen Abend. Alles Gute Türkiyemspor!

„Das Neue Jahrzehnt“ im Kino Kosmos

Februar 19, 2009 by Björn  
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Mittwochabend war der SPD-Parteivorsitzende Franz Müntefering im Kino Kosmos in der Karl-Marx-Allee in Friedrichshain zu Gast. Im Rahmen der Diskussionsreihe „Das neue Jahrzehnt“ betonte Müntefering die Bedeutung der Solidarität für den Zusammenhalt der Gesellschaft. Über 500 Gäste verfolgten die angeregte Diskussion über solidarische Grundwerte unserer Gesellschaft. „Gesellschaftliche Solidarität wird in der Zeit des Wandels für ein menschliches Miteinander immer wichtiger. Es geht darum, in der sozialen Bürgergesellschaft auch für die Zukunft Lebensqualität zu sichern“, machte Müntefering deutlich. Der Zusammenhalt der Stadt – gerade auch zwischen wohlhabenderen und ärmeren Kiezen – ist auch mir ein besonderes Anliegen. Dort, wo ich aufgewachsen bin, waren die Menschen auf die Solidarität der ganzen Stadtgesellschaft angewiesen. Das Prinzip „Menschen für Menschern“ ist daher keine veraltete Formel, sondern die Grundlage einer sozialen Stadt. Ich  setze mich daher für ein aktives Quartiersmanagement, die – auch finanzielle – Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements sowie die bessere Ausstattung von Kitas und Schulen mit sozialpädagogischem Personal ein. Dies diskutierte ich auch im Anschluss an die Veranstaltung mit Franz Müntefering selbst.
Weitere Infos unter www.spd.de