Das schwarz-gelbe Betreuungsgeld ist fatal für Berlin
Oktober 29, 2009 by Sebastian
Filed under Allgemein, Positionen
Man muss die Worte des Neuköllner Bürgermeisters Buschkowsky nicht teilen. Aber inhaltlich hat er Recht: Das von schwarz-gelb geplante Betreuungsgeld ist sozialpolitischer Unsinn. Was als „Herdprämie“ eine Klientelpolitik für erzkonservative bayerische Wählerschichten gedacht ist, erweist sich in den Städten als Katastrophe. Alle Versuche, über eine aktivierende und vorsorgende Politik Integration und sozialen Aufstieg zu fördern, werden konterkariert.
Bestenfalls wird das Betreuungsgeld wirkungslos sein, weil die Eltern doch den Wert der Vereinbarkeit von Familie und Beruf schätzen oder beide Elternteile sowohl Zeit für Kinder wie berufliche Karriere haben möchten – und somit doch die Vorteile einer guten Kita- und Krippenbetreuung in Anspruch nehmen.
Schlimmstenfalls aber werden die Eltern darauf verzichten, ihr Kind in die Kita zu geben, um das sogenannte Betreuungsgeld einzustreichen. Damit würde das Betreuungsgeld ähnlich wie das Kindergeld zu einer Lohnzusatzleistung. Die Folge? Der Anreiz, Kinder zuhause zu lassen, wird immer größer. Dies wäre gerade in unseren Kreuzberger Kiezen fatal für alle bildungs- und integrationspolitischen Anstrengungen, die nur mit und in Krippe und Kita erfolgreich sein können.
Den gegensätzlichen Weg geht der Berliner Senat. Und das ist auch gut so: In den nächsten Jahren wird nochmals massiv in die frühkindliche Bildung investiert. Der Betreuungsschlüssel wird reduziert und die Erzieherinnen und Erzieher entlastet. Künftig ist ein/e Erzieher/in nur noch für fünf Kinder unter drei Jahren zuständig. Mehr Zeit für die Kinder, für Sprachförderung oder gute Betreuung ist die Folge. Das ist der richtige Weg für unsere Städte und Stadtteile. Das sichert Chancen für alle.
Bessere Betreuung statt Betreuungsgeld – das ist die Botschaft einer modernen und sozial nachhaltigen Integrationspolitik.




