Wirtschaft im Kiez gestalten: Krisen, Chancen und Verantwortung

stratum_mainSeit Beginn dieses Jahres habe ich mehrere Dutzend Unternehmen in Kreuzberg, Friedrichshain und im Prenzlauer Berg besucht. Ich will mir ein aktuelles Bild von den wirtschaftlichen Bedingungen im Bezirk machen und mich als Bundestagskandidat für Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzlauer-Berg (Ost) vorstellen. Je mehr UnternehmerInnen  und Beschäftigte ich treffe, desto bunter wird das Bild: erwartungsgemäß treffe ich auf die geballte Kreativindustrie, darf aber auch feststellen, dass man in unseren Innenstadtbezirken sein Leben in klassischen Berufen bestreiten kann.

Die Krise trifft unsere Bezirke ganz unterschiedlich: einige Betriebe haben sich in kürzester Zeit auf diese Situation einstellen können, andere kämpfen um den Fortbestand ihrer Belegschaft. Die vereinfachte Umsetzung und Verlängerung der Kurzarbeit hat hier schon einigen geholfen: Personalabbau im großen Stil konnte verhindert werden und erfahrene Mitarbeiter verblieben in Arbeit.

Bis auf wenige Ausnahmen, wie der Universal Music Group, treffe ich in unseren Kiezen vor allem auf kleinere Unternehmen. Hier werden bei einer vorübergehenden finanziellen Schieflage keine Milliardenfallschirme erwartet. Vielmehr wünscht man sich, schnell und unbürokratisch mit kleineren Beträgen über die nächsten Monate geholfen zu werden. Es zeigt sich, dass unsere Forderung nach einem Mikrokreditprogramm nicht nur bei Existenzgründungen ein wichtiges Instrument ist, sondern auch Beschäftigung sichern kann.

Interessante Aspekte gibt es auch zum Thema Solo- Selbstständigkeit: ich durfte Unternehmen kennenlernen, die gern einen finanziellen Beitrag zur sozialen Absicherung dieser Erwerbsgruppe leisten wollen. Ihnen ist es allerdings wichtig,  sich auf eine bundeseinheitliche Regelung verlassen zu können, die sie bei der Auftragsvergabe in verschiedene Bundesländer nicht ständig vor andere Situationen stellt. Ich werde den Dialog mit diesen Firmen weiterführen, damit Ihre Sicht als Auftraggeber in eine verbesserte Absicherung der Solo- Selbstständigen einfließen kann.

Ich werde in der nächsten Zeit noch viele Unternehmen, Ihre UnternehmerInnen und Beschäftigten kennenlernen, allerdings kristallisiert sich bereits jetzt heraus, dass wir mit der Verlängerung der Kurzarbeit eine zentrale Komponente der Beschäftigungssicherung geschaffen haben. Allerdings zeigt sich auch, dass in der Absicherung der Solo- Selbstständigkeit und der Bereitstellung von Mikrokrediten noch viel Arbeit geleistet werden muss. Eine Arbeit, die ich gern für diesen Wahlkreis als Bundestagsabgeordneter leisten möchte. Es ist Zeit für Taten zugunsten einer sozialen und starken Wirtschaft in unseren Kiezen!

Björn Böhning auf der Veranstaltung ‘Berlin trotzt der Krise’

Juli 23, 2009 by Sebastian  
Filed under Positionen

“Die Bundesrepublik Deutschland erlebt derzeit die schwerste Wirtschafts- und Finanzkrise seit ihrer Gründung. Dies hat naturgemäß auch Auswirkungen auf die Unternehmen und Betriebe in Friedrichshain-Kreuzberg.

Vor diesem Hintergrund nahm Björn Böhning am 09. Juli 2009 im Deutschen Marken- und Patentamt in der Gitschiner Straße an der Podiumsdiskussion zum Thema „Wirtschaftskrise in Friedrichshain-Kreuzberg – Wie kann den Unternehmen geholfen werden?“ teil. Gemeinsam mit Vertretern von Bezirk und Senat, dem Friedrichshain-Kreuzberger Unternehmerverein, der Agentur für Arbeit und der Investitionsbank Berlin (IBB) diskutierte der SPD-Bundestagskandidat, wie den Unternehmen von Seiten der Politik in der gegenwärtigen Krise geholfen werden kann.

Björn Böhning wies im Rahmen seines einleitenden Vortrags darauf hin, dass die Bundesregierung in den vergangenen Monaten bereits durch vielfältige Maßnahmen versucht hat die Folgen der Finanzkrise abzumildern. Mit zwei bundesweiten Konjunkturprogrammen sollen neue Impulse gesetzt werden. Ebenso sollen Erweiterungen der Kurzarbeitsfinanzierung die negativen Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt begrenzen. Ausgeweitet worden sind bei der Finanzierung zudem die Hilfen für die Unternehmen.

Thematisiert wurde weiterhin die Vergabe von Mikro-Krediten an Existenzgründer und Solo-Selbständige. Insbesondere in den kreativen Branchen Medien, Kommunikation und PR sind Solo-Selbständige keine Seltenheit mehr. In Friedrichshain-Kreuzberg sind ebenfalls mehr und mehr Menschen allein selbständig. Mit der Finanzkrise und der zunehmenden Arbeits- und Projektlosigkeit wächst die Notwendigkeit, Solo-Selbständigen und Existenzgründern im Rahmen von Mikrokrediten unter die Arme zu greifen.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion stellten sich der SPD-Politiker und die anwesenden Vertreter aus Politik und Wirtschaft bei einem Glas Wein den Fragen der Unternehmer.